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Polle Wilbert - illegal intermedium rec. 033 Mit: Hilke Alterfrohne / Tabea Bettin / René Dumont / Peter Fricke / Bernd Moss / Thomas Schmauser Illegal entstand als Hörspiel parallel zum gleichnamigen Theaterprojekt, das im Juni 2008 im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele Premiere hatte. Polle Wilbert, eigentlich Björn Bicker, geb. 1972, Dramatiker und Dramaturg. Studium in Tübingen und Wien, seit 2001 Dramaturg an den Münchner Kammerspielen. 2004 bis 2006 gemeinsam mit Peter Kastenmüller und Michael Graessner künstlerische Leitung des Stadtprojekts BUNNYHILL. Autor mehrerer Theaterstücke, u.a. Maries Fest (2004), Am Tag der jungen Talente (2005), Mein Teppich ist mein Orient (2007). Realisation: Peter Kastenmüller / Michael Graessner / Björn Bicker Links: intermedium rec. 031 Mit: Feridun Zaimoglu, Sezer Duru, Amed Dogan, Sema Moritz, Süren Asatryan, Birol Topaloglu Andreas Ammer, vielfach preisgekrönter Hörspiel-Macher, und der in Istanbul geborene und in München lebende iranische Musiker Saam Schlamminger (alias /Chronomad/) haben sich mit ihren Aufzeichnungsgeräten auf die Straßen von Istanbul begeben. Sie haben Musiker getroffen, die Mitte der Welt gefunden und Material nach Hause gebracht, das fern jeglicher Weltmusikklischees ist. Diese Aufnahmen, im Alltag Kulisse für Nachrichten aus einer Welt, die den meisten von uns weitestgehend unbekannt ist, fügen Ammer / Schlamminger zu einem Klangbild Istanbuls, das dem Hörer Schönheit und urbanes Selbstverständnis dieser Metropole erschließt. Realisation: Andreas Ammer / Saam Schlamminger Links: intermedium
rec. 030 flugbegleiter: übersetzungen/translations: Die Jury der hr2 Hörbuch-Bestenliste hat flugbegleiter & übersetzungen/translations von Thomas Meinecke und Move D zum Hörbuch des Monats April gewählt. Wir gratulieren den Künstlern und bedanken uns herzlich bei der Jury. Der Autor Thomas Meinecke und der Musiker David Moufang erhalten den vom Südwestrundfunk (SWR) gestifteten Karl-Sczuka-Preis 2008 für Hörspiel als Radiokunst. Weitere Informationen, Bilder und das Cover der am 4. April erschienenen Doppel-CD finden Sie auf unseren Service-Seiten HIER. Bemusterungs-Exemplare können jederzeit bestellt werden. Das Gesamte im Werk des Alexander Kluge. intermedium
rec. 029 Alexander Kluge hat in seinem Leben viel erzählt. "Lebensläufe" hießen die Geschichten, mit denen der spätere Filmemacher und Fernsehgestalter Anfang der 60iger Jahre erstmals als Schriftsteller öffentlich auftrat. Sie seien "teils erfunden, teils nicht erfunden. Zusammen ergeben sie eine traurige Geschichte." Als am Ende des Jahrtausends dann Kluge sein "summum opus", die vieltausendseitige "Chronik der Gefühle" vorlegte, so trug deren zweite Hälfte immer noch den gleichen lakonischen Titel: "Lebensläufe". Zusammen ergaben die Geschichten die traurige Geschichte des 20. Jahrhunderts (beginnend mit dem Urknall). Noch viel mehr hat
sich Alexander Kluge in seinem Leben aber erzählen lassen: Erzählen / lassen. Für Eigentum am Lebenslauf hat der vielfach ausgezeichnete Hörspielmacher Andreas Ammer die beiden Facetten des Alexander Kluge dialektisch zusammengefügt und daraus für den Bayerischen Rundfunk ein Hörspiel gemacht. Ammer hat Kluge mehrfach in seinem Münchner "Küchenstudio" besucht und ihn erzählen lassen: Sein Leben, sein Werk, und die Welt. Eigentum am Lebenslauf ist halb Erzählung, halb große Oper, manchmal Lesung, immer Lebenslauf und also "eine traurige Geschichte“, die – wenn nicht von 630 Millionen Jahren – dann vielleicht an dem Tag beginnt, als Kluge sich von Ammer "Techno-Musik" als Soundtrack für seine Worte wünschte: Console, aka Martin Gretschmann, hat diesen Wunsch grandios mit seinem Soundtrack erfüllt. Nur am Ende, nach der großen Katastrophe, quaken die Frösche. "Was wir einen
'Lebenslauf' oder 'Wirklichkeit' nennen, sind Kokons der Wahrnehmung,
die uns schützen. Ob sie etwas Reales sind, dürfen wir bezweifeln.
So leben wir, in Lebensläufen und auf Kontinenten verteilt, kontinuierlich
und erfahren in verschiedenen Wirklichkeiten." (Alexander Kluge) intermedium
rec. 028 "Es gibt nicht nur das, was war, sondern auch seine Möglichkeit": Der Film Flashforward lädt die anscheinend festgefahrene Gegenwart mit ihren Möglichkeiten auf. Ein mehrstimmiges Voice-Over, das eher als autonomes Hörspiel denn als klassischer Kommentar funktioniert, entwickelt dazu fiktive Szenarien wie das von einem "Sender, der Erinnerungen neu konfiguriert und in Flashforwards konvertiert." Im klassischen Erzählkino zeigt ein Flashback eine in der Vergangenheit liegende Episode aus der Perspektive einer Filmfigur; oft wird das Gesicht des Schauspielers gezeigt, und dann findet eine Überblendung statt. Ein Flashforward ist dagegen eine Vision der Zukunft, ebenfalls aus subjektiver Sicht, in die Ökonomie der klassischen Filmerzählung jedoch schwieriger zu integrieren als sein Gegenstück. Der Wirklichkeits- und Wahrheitsgehalt von Flashbacks wird nur manchmal – bei so genannten lying flashbacks – problematisiert, während bei Flashforwards prinzipiell unklar ist, welche Bedeutung man dem Gesehenen beimessen soll. Der Film Flashforward ist eine Absage an die mit dem Flashback verbundene "Flucht in die Innerlichkeit"; das Versprechen einer möglichen Zukunft kann nur intersubjektiv sein, "zwischen Gedächtnis und Hoffnung" angesiedelt. Etwa als Liebe, oder "Gedächtnis zu zweit". Man könnte Flashforward auch als den Versuch werten, die klassische Filmstory überhaupt, die der Paarbildung (boy meets girl), zu politisieren und gegen die Kultur der erinnerten Innerlichkeit zu wenden. Dazu trägt auch das Fehlen von lippensynchron gesprochenem Text bei. "Überblenden Sie sich mit Rollen", fordert das mehrstimmige Voice-Over, dessen Sprecher oft mitten im Satz wechseln. Dem Schauspieler wird in Flashforward der Statist entgegengesetzt: Nicht allzu sehr von festgelegten Rollen belastete 'Statisten der Zeit' sind vielleicht am Besten dazu geeignet, einen inneren Monolog zu zerschneiden und ihn – wie es im Film heißt – in ein öffentliches Gespräch zu verwandeln. Wie um den Bruch
mit der Linearität zu betonen, kommen in Flashforward immer
wieder Kreisbewegungen und -formen vor. Eine lange Sequenz zeigt ein von
einer kreisenden Kamera aufgenommenes Hörspielstudio; in diesem Studio
exerzieren diverse Personen wiederholt einfache Bewegungen und Handlungen
durch, doch legt die kreisende Kamera nie die gleiche Szene fest. In der
"possibilistischen Logik" von Flashforward ist jede Wiederholung
anders, eine kleine Zeitreise ins Mögliche. Flashforward Erstaufführung: 07.10. - 28.11.2004, intermedium@utopia station, Haus der Kunst München intermedium records
freut sich, Michaela Meliáns preisgekröntes Hörspiel
"Föhrenwald" veröffentlichen zu dürfen. Der Bund
der Kriegsblinden e.V. und Filmstiftung NRW verleihen zum 55.
Mal die renommierte Auszeichnung. In diesem Jahr erhält Michaela
Melián für "Föhrenwald" den Hörspielpreis
der Kriegsblinden/Preis für Radiokunst. Aus der Pressemeldung: Entschließung
der Jury: Musik: Michaela
Melián und Carl Oesterhelt Mit: Armand & Bruno, Andreas Dorau, Khan, Max Müller, Hg. von Wolfgang Müller und Barbara Schäfer "Ich glaube nicht, daß ich als Maler angefangen habe. Ich habe eigentlich als Dichter angefangen", sagte Dieter Roth 1981 in einem Interview mit der Radioautorin Mechthild Rausch. De facto war der Wahlschweizer und -isländer Roth Grafiker, Schmuck- und Möbeldesigner, Filmemacher, Maler und Bildhauer, Dichter und Musiker. Zwischen 1956 und 1998 realisierte Roth mehr als 200 Buchprojekte mit Texten aller Art, darunter etliche Gedichtsammlungen. Ebenso entstanden zahlreiche Musikaufnahmen, von denen er mehr als 20 in liebevollen Kleinst-Editionen auf Vinyl oder als Kassetten veröffentlichte. Roth war einer der vielseitigsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Seit seinem Tod 1998 wurde er bereits mehrfach international in großen Werkschauen und Ausstellungen geehrt. [...] Das Dieter Roth
Orchester spielt kleine wolken, typische scheiße und nie gehörte
musik ist Teil einer von BR Hörspiel und Medienkunst initiierten
dreiteiligen Radio-Hommage an Dieter Roth. Unter dem Motto jeder ist.
so ein lärm waren Künstler/Autoren/Musiker eingeladen, sich
ausgewählter literarischer und musikalischer Arbeiten und teils unveröffentlichter
Materialien Roths anzunehmen. Es entstanden popmusikalische Konzepte,
Songs, Kompositionen und Radiotexte einer jüngeren Generation, die
sich von Roths Werk inspiriert und beeinflusst sieht, in Deutschland wie
in Island, seiner zweiten Heimat. Die oft zarte, zurückgenommene,
aber auch kontroverse und kalauernde Lyrik eignete sich überraschend
gut als Textbasis für die Popsongs der Musiker, die Wolfgang Müller
als Dieter Roth Orchester zusammengebracht hat. Auch wenn sie nicht
gemeinsam auf einer Bühne oder im Studio auftraten, war das Kollaborative
im Sinne Roths schon in der Person Wolfgang Müllers und der vielfachen
Vernetzung der Künstler und Musiker aus Island, Berlin, Hamburg und
Köln untereinander gegeben. Die Radio-Hommage an Dieter Roth konnte
mit Hilfe langjähriger Begleiter und Kenner seiner Arbeiten entstehen,
deshalb geht mein Dank an Björn Roth, Hansjörg Mayer, Barbara
Wien und Johannes Ullmaier. Dieter Roth: Grafiker, Maler, Bildhauer, Filmemacher, Dichter und Musiker (1930-1998).
Lebte in der Schweiz, Island und Deutschland. Zahlreiche Gemeinschaftsarbeiten
mit u.a. Daniel Spoerri, Arnulf Rainer, Oswald Wiener, Richard Hamilton,
Emmett Williams, Dorothy Ianonne und seinem Sohn Björn Roth. 4 CDs im Schuber, umfangreiche Booklets Die
heiße Luft der Spiele (1973) – Die Stunde der Wahrheit (1974/2006)
– Herausgegeben
von Jürgen Roth Ror Wolfs Fußballhörspiele aus den siebziger Jahren – "Der Ball ist rund", "Schwierigkeiten beim Umschalten", "Die Stunde der Wahrheit" und sieben weitere – sind kaum jemals wieder erreichte Beispiele für eine eindringliche Auseinandersetzung mit dem Thema Fußball. Sie sind – montiert aus Originaltönen von Reportern, Experten, Fans – komisch und ernsthaft, leicht und grotesk, rasant und episch, elegant und aufregend. Sie haben den Fußball für die Literatur und die Hörspielkunst entdeckt, und sie sind, was wir mit dem Wort 'avantgardistisch' bezeichnen, ohne daß Ror Wolf explizit als Avantgardist aufgetreten wäre. Die Gesamtedition macht die Fußballhörspiele von Ror Wolf erstmals vollständig zugänglich – in einer aufwendigen Aufmachung und mit umfangreichen Texten zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Sie verzeichnet sämtliche radiophonen Daten und präsentiert bislang unbekannte Einsichten in die Arbeitsweise von Ror Wolf, dem bedeutendsten Fußballiteraten deutscher Sprache. Um die Sache rund zu machen, haben Ror Wolf und Jürgen Roth für den Bayerischen Rundfunk ein neues und letztes, ein elftes Hörspiel zum Thema Fußball produziert: "Das langsame Erschlaffen der Kräfte – Ein Fußball-Hörstück in 6 Kapiteln". Mit ihm wird die Gesamtedition beschlossen, und Manfred Breuckmann, Christian Brückner, Günther Koch und Rudi Michel erweisen in dieser Produktion als Sprecher Ror Wolf die Ehre. "Das langsame
Erschlaffen der Kräfte" wurde am 10. März 2006 um 20.30
Uhr auf BayernRadio 2 urgesendet.
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